Ludwigshafen - Lädine

Tauchplatz: Ludwigshafen Lädine

Wracktauchgang

Bitte taucht an der Lädine nur mit einer perfekten Tarierung, da es sich hierbei um ein historisch und archäologisch wertvolles Wrack eines Lehmfrachters handelt.

Das Wrack liegt an der Halde auf 19 bis 20 Meter. Halde fällt dann weiter in die Tiefe.

Auf den ersten Metern ist die Sicht zumeist sehr trüb, ab sechs Metern wird diese besser. Die Witterung und Strömung haben genauso einen Einfluss auf die Sicht, wie die Stockacher Aach, die gerade nach Niederschlägen für viele Schwebstoffe sorgt.

Von der B34/Radolfzeller Straße biegt ihr in Ludwigshafen in die Bahnhofstraße ein

Am besten parkt ihr im vorderen Bereich des Bahnhofs (Bahnhofstraße), welcher vom 16. Oktober bis 14. März gebührenfrei ist.

Die Gebühren vom 15. März bis 15. Oktober liegen bei 1 Euro/Stunde.

Zu den Restaurants im Ort sind es etwa 500 Meter. Bestes Restaurant ist ist der "Blaue Affe" in der Sernadingerstraße 16. Es gibt diverse Grillspezialitäten über frische Salate, Pasta- und Schnitzelvariationen, bis hin zu Meeresspezialitäten.

Tauchplatzbeschreibung:

 

Vom Parkplatz aus sind es etwa 150 Meter zu Fuß nach rechts, über den Bahnübergang, bis zum See.

 

Der Einstieg befindet sich links vom eingezäunten Gelände des Surfclubs. Von dort aus schnorchelt ihr bis an die hintere rechte Boje (Nr. 60). Taucht bitte nicht durch den Hafen, denn hier ist striktes Tauchverbot.

 

Taucht an dieser Boje auf eine Tiefe von etwa 17 Metern ab und folgt der Halde bis in ca. 20 Meter. Dann taucht ihr für weitere 60 Meter nach rechts unter Beibehlatung dieser Tiefe. Dort liegt das etwa 10 Meter lange und 2 Meter breite Wrack des Lehmfrachters.

 

Durch das Projekt "Museum unter Wasser" ist vor dem Wrack eine Informationstafel mit historischen Hinweisen angebracht.

 

Ansonsten ist in diesem Tauchbereich nicht viel interessantes zu sehen.

 

 

 

Hintergrund Lädine

 

Eine Lädine (oder Ledine) ist ein historischer Lastensegler. Diese Schiffsart wurde auf dem Bodensee zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert eingesetzt.

 

 

Aufbau und Entwicklung

Der Aufbau der Lädinen wich nur durch unterschiedliche Abmessungen der einzelnen Bodenseeländer voneinander ab, ansonsten war dieser indentisch.

Die Abmessungen betrugen bei einer Masthöhe von 24 Metern, 32 Meter Länge und 4 Meter Breite sowie einen Tiefgang zwischen 1,17 und 1,46 Meter. Die Tragfähigkeit einer Lädine umfasste bis zu 150 Tonnen.

Im Bodensee gab es im 18. Jahrhundert um die tausend Frachtsegler, davon 150 Lädinen. Diese Anzahl reduzierte sich auf 60 bis 70 einhundert Jahre später und sank kontinuerlich weiter. Einige wurden mit 5-PS-Benzinmotoren ausgestattet oder von Dampfschiffen gezogen. Den meisten wurde ein unrühmliches Schicksal zuteil, indem sie abgebrochen und zu Brennholz verarbeitet wurden, so auch der letzten Original-Lädine 1952 in Bodman.

 

 

Transportkonzept

Im Zeitalter von mäßig ausgebauter Infrakstuktur an Land sowie Lastpferden und Ochsenkarren war die Lastschifffahrt auf dem Bodensee im Vorteil. Sie war vergleichsweise schneller, günstiger und zuverlässiger. So schaffte eine Lädine mit einer ordentlichen Brise in den Segeln die längste Stelle des Bodensees, mit insgesamt 63 Kilometern, in etwa acht bis zehn Stunden.

Nach der damaligen technischen Sicht nutze man diese bauchigen und flachen Einmaster-Kähne aus Holz. Zur Fortbewegung diente ein riesiges Rahsegel. Bei Windstille war man zur körperlichen Betätigung genötigt, indem man die Ruder in die Hand nahm, durch Abstoßen mit einer langen Stange gegen den Grund oder das Ufer sich vorwärtsbewegte (staken) oder mithilfe von Zugtieren gezogen wurde (treideln), um an die Zielanlegestelle zu gelangen.

War man im Hafen und hatte Gegenwind so hieß es Abwarten, da das Kreuzen ohne Kiel nicht machbar war. In Geschichtsquellen kann man nachlesen, dass sich zum Ärgernis vieler die Lädinen trotz christlicher Sonntagsruhe auf ihren Weg machten um den gegenwärtigen Wind zu nutzen, als das sie den Sonntag abwarteten und dann mühsam rudern oder staken mussten. Lädinen konnte man aufgrund ihres Löffelbugs auch am Ufer, außerhalb von Häfen, be- und entladen.

 

 

Transportgüter

Auf dem Bodensee wurde von Osten nach Westen kostbares Speisesalz verschifft und umgekehrt Baumaterialien und landwirtschaftliche Produkte. Darunter Getreide und Fässer mit Wein. So ist überliefert, dass die Mannschaft mit Wein bezahlt wurde und die "Entlohnung" oftmals schon auf den Überfahrten getrunken wurde.

 

 

Nachbau

Der Lädinen-Verein Bodensee in Immenstaad hat eine historische Lädine nachgebaut, welche seit dem 9. Mai 1999 eingesetzt wird und Gäste auf dem Bodensee herumschippert. Der Rahsegler ist 17 Meter lang und 20 Tonnen schwer und hat für unerwartete Windstille und andere Notfälle einen 120 PS starken Dieselmotor.

 

 

Über Wasser

Parkmöglichkeiten

Einstieg

Unter Wasser