Der Bodensee

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Der Bodensee - der drittgrößte See Mitteleuropas

 

Der Bodensee hat viele Gesichter: er ist Flussabschnitt, Kulturlandschaft, Trinkwasserspeicher, Ferienregion und Heimat mit vielen Naturschutzgebieten uvm.

 

Im nördlichen Alpenvorland erstreckt sich der Bodensee in einem ausgedehnten Becken, das während der letzten Riss- und Würmeiszeit vom gewaltigen Rheingletscher geschaffen wurde. In den kältesten Phasen wuchsen die Eismassen bis zu einer Dicke von über 1.000 Metern an. Vor etwa 10.000 Jahren begann das Abschmelzen und der Rückzug der mächtigen Eismassen und das bereits vorgeformte Bodenseebecken füllte sich mit dem Schmelzwasser.

 

Genau betrachtet besteht der Bodensee aus zwei Seeteilen, die durch den gut 4 Kilometer langen Seerhein verbunden sind: dem oberen See mit dem 251 Meter tiefen Obersee und Überlinger See und dem südwestlichen 45 Meter tiefen Untersee mit Gnaden-, Rhein- und Zellersee. Der Bodensee trennt nicht - er verbindet, denn im Obersee gibt es keinen rechtsverbindlichen Grenzverlauf und ab 25 Meter Wassertiefe wird er als gemeinschaftliches Herrschaftsgebiet von allen drei Ländern verwaltet (gemeinsames Hoheitsrecht). Der Bodensee liegt nicht nur im Herzen Europas bzw. im Dreiländereck, er wird offiziell auch als Vierländer-Region bezeichnet.

 

Daten: Drei Länder ein See

Uferlängen

Uferlänge insgesamt 273 km:

Dtl. Baden-Württemberg 155 km

Dtl. Bayern 18 km

Österreich 28 km

Schweiz 72 km

Zuflüsse

Einzugsgebiet des Bodensees 11.500 km²

Mittlere jährliche Wasserführung ca. 370 m³/Sek.

 

Seebecken

Meereshöhe über Normal Null 395 m

Oberfläche gesamt 536 km²

Obersee 473 km²

Untersee 63 km²

Tiefste Stelle 251 m

Rauminhalt 48 km³

Längste Stelle 63 km

Breiteste Stelle 14 km

Übersicht Seebecken. Mit freundlicher Genehmigung vom Projekt Tiefenschärfe (Institut für Seenforschung der LUBW)

Die Wassertemperatur

 

Für die Nass- und Halbtrockentaucher ist vielmehr die Wassertemperatur von Bedeutung. Die Wassertemperatur in den Sommermonaten kann über 20° Celsius betragen. Jedoch nimmt sie mit zunehmender Tiefe schnell ab. Täglich aktuelle Daten werden unter

http://www.bodenseee.net/ eingestellt.

 

 

 

Der Pegel

 

Der Konstanzer Normalpegel liegt bei 250 cm und einer Meereshöhe von 391,89 m. Je nach Jahreszeit schwankt der Wasserstand über 2 Meter.

 

Historische Pegel im Bodensee

Historischer Minimalwert: 226 cm (1958)

Historischer Maximalwert: 480 cm (1817)

 

 

 

Das Wetter

 

Der Bodensee ist für sein mildes Klima bekannt. Auf-grund seiner Größe und den 48 km³ Wasser beeinflusst der Bodensee klimatisch verhältnismäßig stark die Umgebung, weshalb man auch vom "Bodenseeklima" spricht.

Für Taucher ist es wichtig, die Besonderheiten am Bodensee zu kennen. Insbesondere die Winde haben Einfluss auf die Sichtverhältnisse unter Wasser. Neben diesen beeinflussen die einmündenten Bäche und Flüsse, gerade nach Regenfällen, die Sicht.

Starkwind- und Sturmwarnung

 

Der Bodensee wird dabei in drei Warn-Regionen eingeteilt: Bodensee West, Bodensee Mitte und Bodensee Ost.

Über die genaue Lage vor Ort könnt ihr euch hier informieren:

 

Die Sichtweiten

 

Die Sichtverhältnisse per Distanz unter Wasser ab-zuschätzen ist schwierig und nicht immer objektiv. Daher nutzt man i.d.R. Beschreibungen, die von 'glasklar' bis 'sehr trüb' reichen. Information über die tagesaktuellen, individuell empfundenen Sichtverhältnisse an Tauchplätzen zur Orientierung gibt es unter: http://www.sichtweite.ch

Fische im See

 

Mehr als 30 Fischarten leben heute im Bodensee. Hierzu zählen auch Flussfischarten.

Die Fische sind je nach Jahreszeit unterschiedlich verteilt. Während sie sich in den warmen Monaten eher in den obersten Wasserschichten bis etwa 20 Meter aufhalten, sind sie im Herbst und Winter in den Tiefen zu finden.

 

Der größte der Bodenseefische ist der Wels, der über zwei Meter lang werden kann. Typisch für den Bodensee sind die Felchen.

 

Folgende Fischarten sind im Bodensee zu finden:

Aal, Äsche, Barbe, Barsch, Brachse, Döbel, Aitel, Alet, Dreistacheliger Stichling, Elritze, Felchen, Güster, Blicke, Gründling, Hasel, Hecht, Karausche, Karpfen, Kaulbarsch, Mühlkoppe, Groppe, Nase, Regenbogenforelle, Rotfeder, Schleie, Schmerle, Bartgrundel, Seeforelle, Seesaibling, Trüsche, Rutte, Ukelei, Laube, Wels, Zander und einige mehr.

 

Seeboden | Tiefenbereiche Bodensee

 

Bei Tauchplatzbeschreibungen können aufgrund der spezifischen Bezeichnungen, von der Wasseroberfläche bis zum Seegrund, Missverständnisse aufkommen. Daher haben wir euch den Seeboden einmal schematisch zwischen Friedrichshafen auf der deutschen Seeseite und Romanshorn in der Schweiz dargestellt und zeigen euch beispielhaft dazu die Begriffe zu den jeweiligen Profilabschnitten.

 

Vom Ufer aus betrachtet sind dies zunächst der Hang, bis etwa 3 bis 5 Meter Tiefe. Dieser wird gebildet von der Erosion des Wellenschlags und liegt bei niedrigem Pegel überwiegend trocken. Dies ist am Bodensee vor allem im Winter zu beobachten.

Bis etwa 20 Meter folgt die Wysse, zurückzuführen auf die Farbe Weiß. Der Wellengang wirbelt Ton und Mergel (Sedimentgestein) auf und sorgt so für eine weißliche Tönung in diesem Bereich.

Der Begriff Halde beschreibt die steil abfallende Moränenflanke, die sich bis in eine Tiefe von 100 Meter zieht.

Ab einer Tiefe von 150 Meter wird der Seegrund Schweb genannt, die abfallenden Grundsektionen um 200 Meter nennt man Tiefhalde und der unterste Seegrund bei rund 250 Metern heißt Tiefer Schweb.