Wichtige Hinweise zur Sicherheit, Vorschriften und verantwortungsvollem Tauchen im Bodensee
Der Bodensee ist ein faszinierendes, aber auch anspruchsvolles Tauchgewässer und stellt besondere Anforderungen an Planung, Erfahrung und Verhalten unter Wasser. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Regeln, Vorschriften und Sicherheitshinweise für das Tauchen im Bodensee übersichtlich zusammengefasst.
Als Mitglied im Arbeitskreis Sicheres Tauchen im Bodensee ist es uns ein Anliegen, das Tauchen im Bodensee sicherer zu machen und Tauchplätze langfristig zu erhalten. Dafür setzen wir uns ein, um den Tauchsport am Bodensee zu schützen, und hoffen dabei auf jeden Einzelnen, die geltenden Regeln einzuhalten und sich respektvoll gegenüber anderen Tauchern, Wassersportlern, Anwohnern und der Umwelt zu verhalten.
Diese Seite hilft dir dabei, sicher im Bodensee zu tauchen, typische Fehler zu vermeiden und die wichtigsten Regeln schnell zu verstehen. Sie dient als Orientierung und ersetzt nicht die jeweils gültigen offiziellen Vorschriften.
Sicher im Bodensee tauchen
Wenn du dich nicht selbst um Planung, Bedingungen und Details kümmern möchtest, begleiten wir dich gerne bei geführten Tauchgängen im Bodensee. Du kannst dich auf das Tauchen konzentrieren, wir übernehmen den Rest.
Beim Tauchen im Bodensee gelten besondere Rahmenbedingungen, die sich von vielen anderen Gewässern unterscheiden.
Maßgeblich ist dabei die Bodensee-Schifffahrtsordnung (BSO), die den gesamten Bodensee einheitlich regelt und unter anderem Vorgaben zu Tauchverboten, Schifffahrtszonen und Sicherheitsabständen enthält.
Zusätzlich sind immer die lokalen Regelungen an den jeweiligen Tauchplätzen zu beachten. Dazu gehören Naturschutzbereiche, Zugangsregelungen sowie besondere Vorgaben vor Ort.
Nicht jeder Uferbereich ist frei zugänglich. Viele Uferflächen sind Privatgrundstücke. Der Zugang erfolgt nur über öffentliche Wege oder mit Zustimmung des Eigentümers. Einige Tauchplätze sind von Privatgrundstücken aus erreichbar und dürfen nur eingeschränkt genutzt werden.
Einige Tauchplätze zeigen besonders deutlich, warum lokale Regelungen wichtig sind:
Der Bodensee ist ein anspruchsvolles Tauchgewässer mit eingeschränkter Sicht, großen Tiefen und schnellen Wetterwechseln.
Tauche nur im Rahmen deiner Ausbildung und Erfahrung, plane deine Tauchgänge sorgfältig und achte auf eine vollständige, kaltwassertaugliche und funktionierende Ausrüstung. Ein Tauchgang mit Buddy ist grundsätzlich zu empfehlen.
Schiffe haben grundsätzlich Vorrang. Das gilt für Fahrgastschiffe, Fähren, Motorboote und alle weiteren Wasserfahrzeuge.
Das Tauchen in gekennzeichneten Fahrwassern ist nicht erlaubt. Diese Bereiche sind ausschließlich der Schifffahrt vorbehalten.
Halte daher immer ausreichend Abstand zu Fahrrinnen und stark befahrenen Bereichen.
Beispiel aus der Praxis
Am Tauchplatz Meersburg Plätzle verlaufen die Fährverbindungen zwischen Meersburg und Konstanz in unmittelbarer Nähe zum Tauchgebiet. Unter Wasser ist der Fährbetrieb deutlich zu hören. Daher wird empfohlen, vom Einstieg aus nach rechts zu tauchen und sich während des Tauchgangs ufernah zu orientieren. Ein Auftauchen im Freiwasser oder in Richtung Hafen ist gefährlich und muss vermieden werden (Tauchplatzbeschreibung).
Neben Motorbooten stellen auch lautlose Wasserfahrzeuge eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Dazu zählen unter anderem Segelboote, Ruderboote, Stand-up-Paddler und Surfer.
Diese bewegen sich oft schnell und sind unter Wasser kaum wahrnehmbar. Beim Auftauchen besteht insbesondere in Ufernähe ein erhöhtes Risiko. Eine gut sichtbare Markierung an der Oberfläche, zum Beispiel durch eine Boje, erhöht die eigene Sicherheit deutlich.
Um andere Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, dass Taucher im Wasser sind, ist eine klare Kennzeichnung an der Oberfläche festgelegt.
Beim Tauchen im Bodensee ist eine klare Kennzeichnung an der Oberfläche vorgeschrieben.
Die Alpha-Flagge ist blau-weiß und signalisiert anderen Verkehrsteilnehmern: Hier befinden sich Taucher im Wasser – Abstand halten.
Zusätzlich gilt: Die Kennzeichnung muss sauber, gut sichtbar und ausreichend groß sein.
Im Bodensee wird aktiv gefischt. Dabei kommen unterschiedliche Netze zum Einsatz, die für Taucher eine ernsthafte Gefahr darstellen können.
Diese Netze können sich vom Grund bis in flachere Bereiche erstrecken oder wenige Meter unter der Wasseroberfläche verlaufen und sind nicht immer leicht erkennbar.
Fischerboote und Netze sind in der Regel durch Bojen oder Schwimmkörper gekennzeichnet. Diese markieren den Verlauf der Netze, die sich oft zwischen mehreren Bojen unter Wasser spannen.
Halte daher ausreichend Abstand zu allen markierten Bereichen und meide Zonen mit sichtbarer Fischerei.
Achte besonders beim Abtauchen und Auftauchen auf mögliche Leinen und Netzverläufe.
Der Bodensee kann sein Wetter innerhalb kürzester Zeit ändern. Auch bei zunächst ruhigen Bedingungen können plötzlich starke Winde und hoher Wellengang auftreten.
Zur Warnung vor aufkommenden Stürmen gibt es rund um den Bodensee ein einheitliches Sturmwarnsystem mit orangefarbenen Blinklichtern an sogenannten Sturmwarnleuchten.
Windböen zwischen 25 und 33 Knoten (Beaufort 6, ca. 39 bis 49 km/h)
Windböen ab 34 Knoten (ab Beaufort 8, ab ca. 62 km/h)
Die Sturmwarnleuchten sind entlang des gesamten Bodensees verteilt und so positioniert, dass sie von möglichst vielen Punkten aus sichtbar sind.
Eine Sturmwarnung zeigt eine akute Gefahr an. In diesem Fall sollte nicht getaucht werden.
Aber auch eine Starkwindwarnung ist ernst zu nehmen. Bereits hier können anspruchsvolle und gefährliche Bedingungen entstehen, sowohl unter Wasser als auch an der Oberfläche und beim Ein- und Ausstieg.
Praxisbeispiel aus dem Bodensee
Im Januar 2024 kam es in Meersburg am Tauchplatz Wilder Mann zu einem schweren Tauchunfall. Zwei erfahrene Taucher gerieten am Ende eines Tauchgangs an der Wasseroberfläche durch starken, sturmbedingten Wellengang in eine Notlage. Einer der Taucher wurde mehrfach gegen eine Ufermauer beziehungsweise einen Anleger gedrückt und verlor dabei das Bewusstsein.
Der Unfall zeigt deutlich, dass auch erfahrene Taucher bei plötzlich auftretenden Wetterveränderungen und starkem Wellengang in gefährliche Situationen geraten können, insbesondere in Ufernähe und beim Ausstieg.
Der Bodensee ist in drei Warnregionen unterteilt: Bodensee West, Bodensee Mitte und Bodensee Ost.
Prüfe die aktuelle Starkwind- und Sturmwarnung für den Bodensee bereits vorab und kontrolliere die Situation kurz vor dem Tauchgang anhand der vor Ort sichtbaren Sturmwarnleuchten.
Kontrolliere die aktuelle Starkwind- und Sturmwarnung bereits vor der Anreise und achte kurz vor dem Tauchgang zusätzlich auf die örtlichen Sturmwarnleuchten.
Beim Tauchen im Bodensee gibt es bestimmte Bereiche, in denen das Tauchen grundsätzlich verboten oder nur eingeschränkt erlaubt ist.
Diese Regelungen dienen der Sicherheit, dem Schutz der Schifffahrt sowie dem Erhalt sensibler Naturbereiche.
Im Umkreis von 100 Metern um Hafeneinfahrten und Landestellen der Fahrgastschifffahrt ist das Tauchen verboten, wenn dadurch die Schifffahrt behindert wird.
Auch in gekennzeichneten Fahrwassern darf nicht getaucht werden. Diese Bereiche sind ausschließlich der Schifffahrt vorbehalten.
Gerade im Bereich von Häfen und Anlegestellen ist jederzeit mit ein- und ausfahrenden Schiffen zu rechnen. Halte daher ausreichend Abstand und vermeide Tauchgänge in unmittelbarer Nähe dieser Bereiche.
Praxisbeispiel
Am Tauchplatz Überlingen Post befindet sich direkt am Einstieg am Seezeichen 25 der Hinweis „Tauchen nur nach links“. Der Grund: Rechts liegt der Mantelhafen, der unter anderem von der Wasserschutzpolizei genutzt wird. Hier verkehren regelmäßig Einsatzboote, sodass dieser Bereich für Taucher tabu ist. Der Ein- und Ausstiegsbereich ist zusätzlich durch ein von Tauchern angebrachtes Absperrband markiert. Es dient als Orientierung und hilft, den vorgesehenen Bereich einzuhalten. Einmal im Jahr wird im Rahmen des traditionellen Dreikönigstauchens eine Ausnahme gemacht und der Bereich temporär freigegeben.
Rund um den Bodensee gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete. Diese sind auf deutscher Seite durch das bekannte Schild mit grünem Rahmen und Adler gekennzeichnet. In der Schweiz und in Österreich erfolgt die Kennzeichnung ebenfalls über entsprechende Naturschutztafeln und Verbotsschilder, die je nach Region unterschiedlich gestaltet sein können.
Diese Bereiche dienen dem Schutz sensibler Lebensräume wie Schilfzonen und Flachwasserbereiche sowie wichtiger Brut- und Rastgebiete für Wasservögel.
Für Taucher bedeutet das:
In ausgewiesenen Naturschutzgebieten besteht Tauchverbot. Kein Betreten, kein Schwimmen, kein Befahren und kein Tauchen. Diese Bereiche dienen ausschließlich dem Schutz von Tieren und Lebensräumen
Beispiele wichtiger Naturschutzgebiete
Zu den größten und bekanntesten Schutzgebieten am Bodensee zählen unter anderem:
Als Blue Ocean Center legen wir großen Wert auf den Schutz der Natur und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tauchplätzen im Bodensee. Wenn du dir unsicher bist, ob an einem Spot getaucht werden darf, orientiere dich am besten an den beschriebenen Tauchplätzen.
Im Bodensee befinden sich zahlreiche archäologische Fundstellen, darunter die bekannten Pfahlbauten. Diese stehen unter Denkmalschutz und sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Das Tauchen in diesen Bereichen ist nicht erlaubt. Auch das Berühren, Verändern oder Bergen von Gegenständen ist streng untersagt.
Der Bodensee ist Trinkwasserspeicher für mehrere Millionen Menschen. Entsprechend gibt es Bereiche mit besonderem Schutz.
Im Bereich vor Sipplingen befindet sich eine der wichtigsten Wasserentnahmestellen für die Trinkwasserversorgung. Die Seewasser-Entnahmeanlagen liegen in etwa 60 Metern Tiefe. Nach einem Giftanschlag auf die Bodensee-Wasserversorgung im Jahr 2005 wurden die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft und die Schutzzone im Jahr 2012 entsprechend ausgeweitet.
In diesem Bereich gilt ein striktes Verbot:
kein Befahren, kein Schwimmen und kein Tauchen.
Die Zone ist durch Bojen gekennzeichnet und erstreckt sich über einen mehrere hundert Meter breiten Bereich parallel zum Ufer.
Der Teufelstisch gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig anspruchsvollsten Tauchplätzen im Bodensee. Die markante Felsformation liegt
liegt am Bodanrück im Überlinger See und fällt insbesondere seeseitig steil in große Tiefen ab.
Aufgrund mehrerer schwerer Tauchunfälle in den 1970er und 1990er Jahren wurde für diesen Bereich ein offizielles Tauchverbot erlassen.
Tauchen ist grundsätzlich verboten und nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt.
Warum der Teufelstisch besondere Aufmerksamkeit erfordert
Der Teufelstisch liegt zwischen Wallhausen und der Marienschlucht. In diesem Abschnitt des Bodensees liegen auch die gleichnamigen und beliebten Tauchplätze mit vergleichbaren Steilwänden, die ebenfalls in große Tiefen abfallen. Die Bedingungen hinsichtlich Topografie, Sichtweiten und Sprungschichten sind prinzipiell vergleichbar.
Der Unterschied liegt weniger in der Schwierigkeit des Tauchplatzes selbst, sondern in seiner Bekanntheit und den dort in der Vergangenheit aufgetretenen Unfällen. Regelmäßige Berichte und zeitlose Mythen über besondere Gefahren wie „unberechenbare Strömungen“, „tiefe Wellen“ oder „aufsteigende Gasblasen“ sorgen immer wieder für Gesprächsstoff.
Aus unserer eigenen Erfahrung handelt es sich beim Teufelstisch nicht um ein „Gefahrengebiet“. Auftretende Strömungen entsprechen den bodenseetypischen Verhältnissen, wie sie auch an anderen Tauchplätzen auftreten können, bedingt durch den stetigen Zu- und Abfluss des Sees.
Entscheidend sind nicht die Bekanntheit oder der Name des Tauchplatzes, sondern eine an das Süßwasser angepasste Tauchausbildung, kaltwassertaugliche Tauchausrüstung, Bodensee-Erfahrung und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gegebenheiten und Bedingungen. Deswegen wird eine Ausnahmegenehmigung nur erteilt, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind. Ziel ist es, die Sicherheit zu gewährleisten und Unfälle zu vermeiden.
Geführte Tauchgänge am Teufelstisch
Wir verfügen über die erforderliche Ausnahmegenehmigung und bieten sichere und geführte Tauchgänge am Teufelstisch an. Per Boot geht es von Wallhausen direkt zum Teufelstisch und zurück. So kannst du den Tauchgang ohne langen Fußmarsch oder aufwendiges Anflößen entspannt genießen. Der Tauchgang wird vollständig organisiert und individuell begleitet, inklusive Einweisung und sicherer Durchführung.
Im Bodensee gibt es ausgewiesene Wintertauchplätze, an denen Tauchen saisonal erlaubt ist.
Dazu zählen die Tauchplätze:
In diesen Bereichen ist das Tauchen in der Regel vom 31. Oktober bis 15. März des Folgejahres erlaubt.
Wichtig für Taucher: Die Freigabe gilt nur außerhalb des regulären Schiffsverkehrs. Sobald die Schifffahrt wieder aufgenommen wird, kann das Tauchen vorzeitig untersagt werden. Gerade bei gutem Frühlingswetter kann es vorkommen, dass der Fähr- und Schiffsbetrieb früher beginnt als geplant.
Was bedeutet das für Taucher:
Wintertauchplätze sind gezielt für die Nebensaison freigegeben
sie liegen häufig in Bereichen, die ab frühem Frühling bis Ende Herbst durch Schifffahrt genutzt werden
die Nutzung ist immer von den aktuellen Bedingungen abhängig
Plane deinen Wintertauchgang daher nicht nur nach dem Datum, sondern prüfe immer die aktuelle Situation am Wintertauchplatz.
Lokale Besonderheiten und individuelle Regelungen
Je nach Tauchplatz können zusätzliche Besonderheiten gelten, die über die allgemeinen Regeln hinausgehen.
Dazu zählen beispielsweise:
Informiere dich daher vorab gezielt über den jeweiligen Tauchplatz und beachte die Hinweise vor Ort. Für Hinweise an Tauchplätzen freuen wir uns immer und teilen diese Informationen gerne mit anderen Tauchern.
Das Tauchen im Bodensee erfordert eine gute Vorbereitung und realistische Selbsteinschätzung.
Beachte wechselnde Bedingungen wie Sicht, Temperatur und Tiefe. Nutze geeignete Ausrüstung und plane ausreichend konservativ.
Verhalte dich am Tauchplatz rücksichtsvoll gegenüber Natur und Anwohnern.
Vermeide unnötigen Lärm und hinterlasse den Tauchplatz sauber. Nutze vorhandene Infrastruktur und gehe respektvoll mit der Umgebung um.
Als Mitglied im Arbeitskreis sicheres Tauchen im Bodensee ist es uns ein besonderes Anliegen, auf verantwortungsvolles und sicheres Tauchen hinzuweisen.
SSI-zertifizierte Tauchschule mit Tauchkursen in Einzel- und Doppelbetreuung.
Vom Schnuppertauchen bis zum technischen Tauchen lernst du bei uns sicher, persönlich und praxisnah.
Geführte Tauchgänge im Bodensee mit individueller Betreuung und fundierter Ortskenntnis. Ideal zum Kennenlernen neuer Tauchplätze, für den Wiedereinstieg oder zur sicheren Erweiterung deiner Taucherfahrung.
Hochwertig, kaltwassertauglich und flexibel kombinierbar.
Ob für einen einzelnen Tauchgang oder über einen längeren Zeitraum. Bei uns bekommst du top gepflegte Leihausrüstung.
Geführte Tauchgänge und Tauchplätze

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