Einsteigerfreundlicher Wracktauchplatz
Großer Flachwasserbereich mit einfachem Einstieg und langsam abfallender Halde. Der historische Lastensegler liegt vergleichsweise flach auf dem Seegrund und eignet sich dadurch gut für erste Wracktauchgänge im Bodensee. Bitte tauche an der Lehmfrachter ausschließlich mit guter Tarierung. Das Wrack des historischen Lehmfrachters ist archäologisch wertvoll und entsprechend zu schützen.
Das Wrack des historischen Lastenseglers liegt entlang der flach abfallenden Halde auf etwa 19 bis 20 Metern Tiefe. Unterhalb des Wracks fällt die Halde langsam weiter in tiefere Bereiche ab.
Der Einstiegsbereich ist je nach Jahreszeit sehr flach. Während man im Sommer durch den üppig bewachsenen Flachwasserbereich auf maximal etwa zwei Metern Tiefe bis zur abfallenden Halde gelangt, ist der Bereich bei niedrigem Winterpegel teilweise nur hüfttief. In diesem Fall muss man zunächst durch den Schlamm waten, bevor ein Abtauchen möglich ist. Typisch für den Bereich zwischen Bodman und Ludwigshafen fällt der Überlinger See hier zunächst langsam und vergleichsweise flach ab. Etwas größere Tiefen werden erst mit zunehmender Entfernung vom Ufer erreicht. Die bekannten Steilwände und stark abfallenden Bereiche des Überlinger Sees beginnen erst weiter östlich. Mehr zu Tiefe und Orientierung beim Tauchen im Bodensee.
Der Tauchplatz liegt direkt am westlichen Ortsrand von Ludwigshafen.
Gebührenpflichtige Parkplätze befinden sich entlang der Bahnhofstraße. Am kürzesten ist der Weg zum Einstieg im Bereich nahe der Kreuzung zur Bundesstraße 34 (Radolfzeller Straße).
Besonders in den Ferien, an Wochenenden und bei schönem Wetter kann der Parkplatz sehr voll sein. Neben Touristen, die Ludwigshafen besuchen, wird der Bereich auch von Badegästen genutzt, da der flache Uferbereich als Badeplatz bekannt ist.
Früher waren die Parkplätze während der Wintersaison vom 16. Oktober bis 14. März kostenfrei. Inzwischen zählen die Parkgebühren in Ludwigshafen jedoch ganzjährig zu den höheren Gebühren rund um den Bodensee.
Adresse für das Navigationssystem
Seestraße 5
D-78351 Bodman-Ludwigshafen

Vom Parkplatz sind es etwa fünf Minuten (500 Meter) zu Fuß bis zu den öffentlichen Toiletten. Laufe am Bahnhof vorbei und anschließend rechts über den Bahnübergang. Direkt nach dem Bahnübergang befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein schmaler Weg. Folge diesem Weg bis zum Welterbe-Pfahlbau-Spielplatz. Die öffentlichen Toiletten befinden sich unmittelbar dahinter in der Parkstraße 4.

Vom Parkplatz aus erreichst du den Einstieg nach etwa 150 Metern zu Fuß über den Bahnübergang Richtung See. Nach dem Bahnübergang gelangst du über die Wiese direkt in den flachen Einstiegsbereich des Tauchplatzes.
Du kannst für den Einstieg grundsätzlich den gesamten Uferbereich nutzen. Halte dabei jedoch ausreichend Abstand zum östlich gelegenen Steghafen des Yachtclub Ludwigshafen. Wir empfehlen, vom Bahnübergang aus direkt geradeaus neben den großen Steinen ins Wasser zu gehen. Der Einstiegsbereich ist sehr flach und je nach Jahreszeit musst du zunächst einige Meter durch das flache Wasser waten, bevor ein Abtauchen möglich ist. Besonders bei niedrigem Pegel kann der Untergrund im Uferbereich weich und schlammig sein, wodurch schnell Sediment aufgewirbelt wird.
Da sich der Bahnhof Ludwigshafen unmittelbar neben dem Tauchplatz befindet, kann es am Bahnübergang regelmäßig zu längeren Wartezeiten kommen. Besonders an warmen Tagen solltest du dies mit kompletter Tauchausrüstung berücksichtigen. Ist die Schranke nach dem Tauchgang noch geschlossen, empfiehlt es sich häufig, noch einige Minuten im Wasser zu warten und erst danach auszusteigen.
Vom Einstieg aus tauchst du zunächst in Richtung Süden. Die ersten Minuten verläuft der Tauchgang durch einen sehr flachen und dicht bewachsenen Bereich. Besonders im Sommer lassen sich dort häufig zahlreiche Fische, Fischschwärme und verschiedene Wasserpflanzen beobachten. Außerdem passierst du unterwegs alte Bootsverankerungen im Flachwasserbereich.
Nach einigen Minuten erreichst du die langsam abfallende Halde. Folge dieser bis auf etwa 20 Meter Tiefe und orientiere dich anschließend Richtung Westen, beziehungsweise nach rechts. Nach einiger Zeit erscheint der historische Lehmfrachter vor dir. Der Lastensegler liegt flach auf dem Seegrund und ist mit seiner Größe deutlich als Wrackkörper erkennbar. Das Tauchen rund um die alten Holzstrukturen erinnert an einen klassischen Wracktauchgang.
Im Rahmen des Projekts „Museum unter Wasser“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Wrack eine Informationstafel mit historischen Hintergründen.
Tauchst du auf gleicher Tiefe noch einige Minuten weiter, erreichst du zusätzliche Holzpfähle. Zwischen den alten Strukturen lassen sich immer wieder Krebse und kleinere Fische beobachten.
Die Sicht ist in den ersten Metern häufig trüb und wird meist erst ab etwa sechs Metern Tiefe deutlich besser. Einfluss auf die Sichtweiten haben neben Wetter und Strömung insbesondere auch die Wasserführung der Stockacher Aach und die damit verbundenen Schwebstoffe nach stärkeren Niederschlägen. Weitere Informationen zu Sichtweiten, Wassertemperaturen und den besten Jahreszeiten zum Tauchen im Bodensee haben wir hier zusammengefasst.
Erkunde den Lehmfrachter vor Ludwigshafen interaktiv in 3D und verschaffe dir bereits vor dem Tauchgang einen realistischen Eindruck des historischen Wracks.
Wrack Lädine by Utz on Sketchfab
Eine Lädine (oder Ledine) ist ein historischer Lastensegler. Diese Schiffsart wurde auf dem Bodensee zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert eingesetzt.
Der Aufbau der Lädinen wich nur durch unterschiedliche Abmessungen der einzelnen Bodenseeländer voneinander ab, ansonsten war dieser identisch.
Die Abmessungen betrugen bei einer Masthöhe von 24 Metern, 32 Meter Länge und 4 Meter Breite sowie einen Tiefgang zwischen 1,17 und 1,46 Metern. Die Tragfähigkeit einer Lädine umfasste bis zu 150 Tonnen.
Im Bodensee gab es im 18. Jahrhundert um die tausend Frachtsegler, davon 150 Lädinen. Diese Anzahl reduzierte sich 100 Jahre später auf 60 bis 70 Stück und sank kontinuierlich weiter. Einige wurden mit 5-PS-Benzinmotoren ausgestattet oder von Dampfschiffen gezogen. Den meisten wurde ein unrühmliches Schicksal zuteil, indem sie abgebrochen und zu Brennholz verarbeitet wurden. Dieses Schicksal wurde 1952 auch der letzten Original-Lädine in Bodman zuteil.
Im Zeitalter von mäßig ausgebauter Infrastruktur an Land sowie Lastpferden und Ochsenkarren war die Lastschifffahrt auf dem Bodensee im Vorteil. Sie war vergleichsweise schnell, günstig und zuverlässig. So schaffte eine Lädine mit einer ordentlichen Brise in den Segeln die längste Stelle des Bodensees, mit insgesamt 63 Kilometern, in etwa acht bis zehn Stunden.
Nach der damaligen technischen Sicht nutzte man diese bauchigen und flachen Einmaster-Kähne aus Holz sehr gerne. Zur Fortbewegung diente ein riesiges Rahsegel. Bei Windstille war man zur körperlichen Betätigung genötigt, indem man die Ruder in die Hand nahm. Durch Abstoßen mit einer langen Stange gegen den Grund oder das Ufer konnte man sich ebenfalls vorwärtsbewegen (staken). Alternativ konnte man sich auch mithilfe von Zugtieren ziehen lassen (treideln), um an die Zielanlegestelle zu gelangen.
War man im Hafen und hatte Gegenwind, so hieß es abwarten, da das Kreuzen gegen den Wind ohne Kiel nicht möglich war. In Geschichtsquellen kann man nachlesen, dass sich die Lädinen trotz christlicher Sonntagsruhe auf den Weg machten, um den gegenwärtigen Wind zu nutzen. Dies war praktischer, als den Sonntag abwarteten und dann mühsam rudern oder staken zu müssen. Lädinen konnte man aufgrund ihres Löffelbugs auch am Ufer, außerhalb von Häfen, be- und entladen.
Auf dem Bodensee wurde von Osten nach Westen kostbares Speisesalz verschifft und umgekehrt Baumaterialien und landwirtschaftliche Produkte. Darunter Getreide und Fässer mit Wein. So ist überliefert, dass die Mannschaft mit Wein bezahlt und die "Entlohnung" oftmals schon auf den Überfahrten getrunken wurde. In den letzten Jahren gab es zudem Untersuchungen vom Landesamt für Denkmalpflege, ob mit Lädinen auch Kohle über den Bodensee transportiert wurde.
Der Lädinen-Verein Bodensee in Immenstaad hat eine historische Lädine nachgebaut, welche seit dem 9. Mai 1999 eingesetzt wird und Gäste auf dem Bodensee herumgeschippert. Der Rahsegler ist 17 Meter lang und 20 Tonnen schwer und hat für unerwartete Windstille und andere Notfälle einen 120 PS starken Dieselmotor.
Halte ausreichend Abstand zum Wrack. Eine gute Tarierung und kontrollierte Flossenschläge verhindern Aufwirbelungen und Beschädigungen.
Das Betauchen von Innenräumen ist nicht erlaubt.
Muscheln, Bewuchs und Schlick dürfen nicht entfernt werden. Auch das vermeintlich gut gemeinte Entfernen invasiver Quaggamuscheln beschädigt historische Wracks.
Beim Ankern ist ein ausreichender Abstand zum Wrack einzuhalten.
Archäologische Funde oder Auffälligkeiten müssen dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet werden.
Ein erster Eindruck vom Tauchplatz Ludwigshafen – Lehmfrachter, mit Einblicken in den historischen Lastensegler des Projekts „Museum unter Wasser“.

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