Teufelstisch

Tauchplatz Teufelstisch im Bodensee

Mit dem Boot zur frei stehenden Felsnadel im Bodensee

Anspruchsvoller Tauchplatz für aktive Taucher mit Bodensee-Erfahrung

Der Teufelstisch zählt zu den anspruchsvolleren Tauchplätzen des Bodensees. Die frei stehende Felsnadel liegt nur wenige Meter von der Steilwand entfernt und erfordert eine sichere Tarierung und eine gute Orientierung. Aufgrund des bestehenden Tauchverbots darf der Teufelstisch nur mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung betaucht werden. Wer dort tauchen möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählen unter anderem regelmäßige Taucherfahrung und eine ausreichende Anzahl an Tauchgängen im Bodensee innerhalb der letzten zwölf Monate. Tiefe Tauchgänge sind am Teufelstisch nicht zwingend erforderlich. Die Felsnadel beginnt je nach Wasserstand oberhalb der Wasseroberfläche oder knapp darunter und erstreckt sich bis weit in die Tiefe. Dadurch kann sie in unterschiedlichen Tiefenbereichen betaucht werden, sodass sowohl flachere als auch tiefere Tauchgänge entlang der Felsformation möglich sind.

Tauchtiefe am Teufelstisch

Die Felsnadel des Teufelstischs reicht bis knapp unter die Wasseroberfläche und fällt zur Seeseite hin in Richtung Überlinger See auf mehr als 90 Meter Tiefe ab. Nur bei außergewöhnlich niedrigem Wasserstand kann das Plateau teilweise aus dem Wasser herausragen. Zur Uferseite hin verbindet ein Sattel in etwa 35 Metern Tiefe die Felsnadel mit der angrenzenden Steilwand. Bis zu dieser Tiefe lässt sich der Teufelstisch vollständig umrunden.


Die Ausnahmegenehmigung erlaubt Tauchgänge bis zu einer maximalen Tiefe von 40 Metern. Dadurch können sowohl die frei stehende Felsnadel als auch der Sattel vollständig erkundet werden. Unterhalb des Sattels geht die Felsnadel wieder in die angrenzende Steilwand über, sodass tiefere Tauchgänge für das eigentliche Erlebnis des Teufelstischs nicht erforderlich sind.

Tauchverbot und Ausnahmegenehmigung

Am Teufelstisch gilt ein generelles Tauchverbot. Dieses umfasst einen Bereich von 300 Metern nördlich und nordwestlich des Seezeichens 22 in Richtung Bodman sowie 500 Metern östlich und südöstlich in Richtung Wallhausen. Hintergrund sind mehrere tödliche Tauchunfälle am Teufelstisch in den Jahren 1977 und 1979 sowie weitere tödliche Unfälle Anfang der 1990er Jahre an der Steilwand zwischen Wallhausen und dem Teufelstisch. Diese führten schließlich zur Erweiterung der Tauchverbotszone. Die heute gültige Regelung besteht seit 1994.


Das Betauchen des Teufelstischs ist dennoch möglich. Hierfür kann beim Landratsamt Konstanz eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Für die Erteilung müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem ein Nachweis der Tauchausbildung, eine gültige Tauchtauglichkeit, eine ausreichende Anzahl an Tauchgängen innerhalb der letzten zwölf Monate, darunter auch mehrere Tauchgänge im Bodensee, eine kaltwassertaugliche Tauchausrüstung sowie die Einhaltung weiterer Auflagen.


Die Ausnahmegenehmigung erlaubt Tauchgänge bis zu einer maximalen Tiefe von 40 Metern und wird auf zwei Kalenderjahre befristet erteilt. Verstöße gegen das Tauchverbot werden mit Bußgeldern geahndet. Die Einhaltung der Regelungen wird regelmäßig durch die Wasserschutzpolizei kontrolliert.

Wer den Teufelstisch im Rahmen eines geführten Tauchgangs mit uns erkunden möchte, erhält selbstverständlich Unterstützung bei der Beantragung der erforderlichen Ausnahmegenehmigung.

Bootsausfahrt

Der Teufelstisch liegt zwischen Wallhausen und der Marienschlucht am Bodanrück direkt im Überlinger See. Für die Anfahrt empfehlen wir das Boot.

Der frühere Uferweg von Wallhausen zum Teufelstisch ist weiterhin gesperrt. Selbst wenn der Weg möglich wäre, müsste die Ausrüstung rein vom Ortsausgang Wallhausen zunächst rund 650 Meter über einen Waldweg bis zum Teufelstisch getragen werden. Dies entspricht etwa 15 Minuten Fußweg pro Strecke und stellt insbesondere nach einem Tauchgang eine unnötige körperliche Belastung dar.

Ein Tauchgang von Wallhausen aus entlang der Steilwand bis zum Teufelstisch ist zwar grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine sehr lange Tauchzeit. Allein die einfache Strecke zum Teufelstisch dauert häufig rund eine Stunde. Für Hin und Rückweg sowie die Erkundung des Tauchplatzes sollte daher mit einer Gesamtzeit von mindestens zweieinhalb bis drei Stunden gerechnet werden. Solche Tauchgänge eignen sich daher nur für Taucher mit sehr großem Gasvorrat oder Kreislaufgeräten.

Aus diesem Grund erfolgt das Betauchen des Teufelstischs heute meist per Boot. Vom Hafen Wallhausen aus ist der Tauchplatz bereits nach wenigen Minuten erreichbar.


Wir organisieren individuelle Ausfahrten zum Teufelstisch für einzelne Taucher, Buddyteams und kleine Gruppen. Auf Wunsch unterstützen wir dich bereits beim Erfüllen der Voraussetzungen und bei der Beantragung der erforderlichen Ausnahmegenehmigung.

Du möchtest dich ganz auf den Tauchgang konzentrieren? Gerne übernehmen wir die Organisation der Bootsfahrt, unterstützen bei der Ausnahmegenehmigung und begleiten dich auf Wunsch als ortskundiger Tauchpartner zum Teufelstisch.

Interesse an einem Tauchgang am Teufelstisch? Gerne unterstützen wir dich bei den Voraussetzungen, der Ausnahmegenehmigung und der Organisation der Bootsausfahrt. Kontaktiere uns gerne per E‑Mail.

Tauchplatzbeschreibung

Bereits bei der Anfahrt mit dem Boot ist das auf dem Teufelstisch platzierte Seezeichen 22 weithin sichtbar. Es markiert die Lage der markanten Felsnadel, deren Plateau nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt. Bei sehr niedrigem Wasserstand kann die Spitze des Teufelstischs sogar teilweise aus dem Wasser herausragen.

Unter Wasser zeigt sich die eigentliche Größe der Formation. Das Plateau misst etwa 22 × 10 Meter. Von dort fällt die Felsnadel auf nahezu allen Seiten steil ab. Während die dem Überlinger See zugewandte Seite auf mehr als 90 Meter Tiefe abfällt, verbindet ein Sattel in etwa 35 Metern Tiefe den Teufelstisch mit der vorgelagerten Steilwand zwischen Wallhausen und Marienschlucht.


Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, die Felsnadel vollständig zu umrunden. Dabei wechseln sich senkrechte Wandabschnitte, kleinere Absätze, Spalten und von Muscheln bewachsene Bereiche ab. Mit zunehmender Tiefe wird sichtbar, wie die frei stehende Formation über einen Sattel mit der angrenzenden Steilwand verbunden ist. Anders als an einer klassischen Steilwand folgt man hier nicht einfach einer Felswand, sondern umrundet eine frei stehende Unterwasserformation. Je nach Position befinden sich Teufelstisch und Steilwand so nah beieinander, dass beide gleichzeitig greifbar erscheinen. Genau diese Nähe der beiden Felsformationen macht einen großen Teil der Faszination des Tauchplatzes aus und bleibt vielen Tauchern lange in Erinnerung.


In unmittelbarer Nähe des Teufelstischs befinden sich zudem die Wulf-Werner-Höhlen in einer Tiefe von etwa 12 bis 15 Metern zwischen dem Teufelstisch und Bodman. Die größte Höhle kann vollständig durchtaucht werden und erinnert an einen Kamin. Die beiden weiteren Höhlen sind deutlich kleiner und reichen nur wenige Meter in den Fels hinein. Durch aufsteigende Luftblasen können sich Ablagerungen von den Decken lösen, wodurch sich die Sicht schnell verschlechtern kann.


Durch seine markante Form, die Möglichkeit zur vollständigen Umrundung und die außergewöhnliche Lage vor der Steilwand zählt der Teufelstisch zu den bekanntesten Unterwasserformationen des Bodensees. Bekannt ist der Teufelstisch nicht nur unter Tauchern und in der Bodenseeregion, sondern weit darüber hinaus. Zu seiner Bekanntheit beigetragen haben unter anderem die Tauchunfälle in den 1970er und 1990er Jahren, das daraus resultierende Tauchverbot, die regelmäßige mediale Berichterstattung sowie die zahlreichen Diskussionen rund um den Teufelstisch.


Die Sichtverhältnisse sind stark von Wetter und Niederschlägen abhängig. Nach Regenfällen können Trübstoffe aus den umliegenden Hängen und Bächen in den See gelangen und die Sicht deutlich reduzieren. Informationen zu Sichtweiten, Wassertemperaturen und den besten Jahreszeiten zum Tauchen im Bodensee haben wir hier zusammengefasst.

Wissenswertes zum Teufelstisch

Zahlen und Fakten im Überblick

  • Tiefster Punkt: über 90 m
  • Verbindung zur Steilwand: ca. 35 m
  • Maximale Genehmigungstiefe: 40 m
  • Seezeichen: 22
  • Tauchverbot seit: 1979
  • Erweiterte Verbotszone seit: 1994

Chronologie der Tauchunfälle, die zum Tauchverbot führten

Bis 1977 waren am Teufelstisch keine tödlichen Tauchunfälle bekannt.

Am 3. Juli 1977 verunglückten dort zwei als routiniert geltende Taucher tödlich. Sie wollten auf 70 bis 80 Meter Tiefe abtauchen, um einen früher verlorenen Bleigurt zu suchen.


Nur zwei Tage später, am 5. Juli 1977, kam es während der Suchaktion zu einem weiteren schweren Unglück. Zwei als erfahrene geltende Taucher, die bei der Suche nach ihren Kameraden halfen, verunglückten ebenfalls tödlich. Beide waren bereits am Vormittag bis in etwa 70 Meter Tiefe getaucht und unternahmen am Abend einen weiteren Suchgang in vergleichbarer Tiefe. Während des Auftauchens gerieten sie offenbar in Schwierigkeiten (Übelkeit) und sackten von ihrem Dekompressionsstopp in etwa 16 Metern Tiefe wieder in 81 Meter Tiefe ab. Als Todesursache wurde später die Dekompressionskrankheit festgestellt.


Daraufhin wurde wenige Tage später am 15. Juli 1977 erstmals ein generelles Tauchverbot im Umkreis des Teufelstischs erlassen.

Auf Drängen des Deutschen Sporttaucherverbandes wurde das Verbot am 8. September 1978 wieder aufgehoben.

Knapp ein Jahr später, am 8. Juli 1979, kam es jedoch erneut zu einem tödlichen Unfall. Zwei Taucher wurden später in fast 90 Metern Tiefe am Teufelstisch tot aufgefunden. Bei den Ermittlungen wurden unter anderem zu viel mitgeführtes Blei, fehlende Lampen, eine fehlende Kopfhaube, leere Atemgasflaschen sowie Probleme mit den damals verwendeten Tarierwesten festgestellt. Die zur Befüllung vorgesehenen Pressluftpatronen konnten dem hohen Umgebungsdruck in dieser Tiefe offenbar nicht mehr ausreichend entgegenwirken. In zeitgenössischen Presseberichten war zudem von „Leichtsinn, unfachmännischem Verhalten und einer Unterschätzung der Tücken des Teufelstischs“ die Rede. Trotzdem wurde bereits in der Folgewoche, am 14. Juli 1979, erneut ein generelles Tauchverbot ausgesprochen, diesmal mit der Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine behördliche Ausnahmegenehmigung für Tauchgänge am Teufelstisch zu erhalten.

Weitere tödliche Unfälle Anfang der 1990er Jahre an der Steilwand zwischen Wallhausen und dem Teufelstisch führten schließlich zur Erweiterung der Tauchverbotszone. Am 5. Oktober 1991 verunglückte ein Taucher aus einer Gruppe von acht Tauchern rund 400 Meter vom Teufelstisch entfernt. Nach dem Auftauchen bemerkten seine Tauchkameraden, dass er fehlte. Beim Aufstieg war er in etwa 20 Metern Tiefe noch gesehen worden. Wenig später wurde er tot an der Wasseroberfläche treibend aufgefunden. Sein Tauchcomputer zeigte eine maximale Tiefe von 53 Metern an.


Am 19. September 1993 verunglückten zwei Taucher etwa 300 Meter vom Teufelstisch entfernt bei einem geplanten Tieftauchgang auf rund 100 Meter mit jeweils nur einer 15-Liter-Tauchflasche sowie hängenden Reserveflaschen in 6 Metern Tiefe. Einer der beiden Taucher war seit zwei Jahren Tauchlehrer. Die Wasserschutzpolizei vermutete als mögliche Unfallursache einen Tiefenrausch. Nach den damaligen Ermittlungen könnte einer der Taucher dadurch in Schwierigkeiten geraten sein, woraufhin der zweite ihm zu Hilfe kommen wollte und beide den Aufstieg nicht mehr schafften. Bei der Bergung wurde festgestellt, dass sich in einer der Flaschen noch Atemgas befand. Beide Taucher konnten nur noch tot geborgen werden.


Diese Unfälle in den 1990er Jahren ereigneten sich zwar nicht direkt am Teufelstisch, sondern mehrere Hundert Meter in Richtung Wallhausen. Als Reaktion wurde die Tauchverbotszone am 22. Februar 1994 auf 500 Meter in diese Richtung erweitert. Gegen diese Erweiterung legten mehr als 1000 Taucher Widerspruch ein. Das Tauchverbot mit der Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung hat dennoch bis heute unverändert Bestand und bildet die Grundlage der heute bekannten Regelung rund um das Seezeichen 22.

Betrachtet man die Unfälle heute, stellt sich jedoch auch die Frage:
Lag die Ursache tatsächlich am Teufelstisch beziehungsweise an der dortigen Steilwand oder vielmehr an den damaligen Entscheidungen, der verwendeten Tauchausrüstung, der Tauchgangsplanung, der Selbsteinschätzung sowie dem damaligen Wissen über Tiefenrausch, Dekompression, Gasplanung und Redundanz?

Tieftauchgänge zwischen 50 und 100 Metern, die heute in der Regel dem technischen Tauchen zugerechnet werden, wurden damals mit den zu dieser Zeit verfügbaren Kenntnissen und Ausrüstungen durchgeführt. Deutlich zu wenig Atemgas, fehlende Lampen oder Kälteschutz, übermäßige Bleimengen, die Grenzen der damaligen Tarierjackets, Gruppen, die einen fehlenden Taucher erst an der Oberfläche bemerken, oder Suchaktionen, bei denen sich weitere Taucher selbst in große Gefahr begaben, zeigen zumindest, dass viele der Unfälle nicht allein auf den vielfach diskutierten Tauchplatz Teufelstisch selbst zurückgeführt werden können.

Jeder Taucher mag diese Frage für sich selbst beantworten. Unbestritten ist jedoch, dass seit Einführung der heutigen Regelung im Jahr 1994 keine weiteren tödlichen Tauchunfälle am Teufelstisch verzeichnet wurden.

Um die damaligen Ereignisse einordnen zu können, lohnt sich zudem ein Blick auf die Entwicklung des Tauchsports. Sowohl die Ausbildung und Ausrüstung als auch das Wissen über tiefe Tauchgänge, Dekompression und Notfallmanagement haben sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Auch die Möglichkeiten der Suche und Bergung sowie die technische und medizinische Aufarbeitung von Tauchunfällen unterscheiden sich heute teilweise erheblich von den damaligen Standards.


  • Entwicklung von Tauchsicherheit und Tauchtechnik
    Die Unfälle standen überwiegend im Zusammenhang mit sehr tiefen Tauchgängen, Fehleinschätzungen, Ausrüstungsproblemen oder mangelnder Vorbereitung. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass ein Großteil der tödlichen Unfälle in den 1970er Jahren stattfand. Die damals verfügbare Tauchausrüstung, das Wissen über tiefe Tauchgänge sowie die Möglichkeiten, diese mit Trimix, Dekompressionsgasen und moderner Tauchgangsplanung sicher durchzuführen, sind mit den heutigen Standards nicht vergleichbar.


  • Entwicklung von Such- und Bergungsmethoden
    Heute werden vermisste Taucher in größeren Tiefen in der Regel nicht mehr durch andere Taucher gesucht. Während sich in den 1970er Jahren noch Vereinskameraden und Helfer selbst erheblichen Risiken aussetzten, kommen heute moderne ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROV – Remotely Operated Vehicle) zum Einsatz. Diese können von der Wasseroberfläche aus gesteuert werden und ermöglichen die Suche und Bergung in großen Tiefen, ohne weitere Taucher zu gefährden.


  • Erfahrung im Tauchsport richtig einordnen
    In vielen Berichten über Tauchunfälle ist von „erfahrenen Tauchern“ die Rede. Auch in den oben beschriebenen Unfällen am Teufelstisch werden mehrere der verunglückten Taucher in zeitgenössischen Medienberichten als erfahren, sehr erfahren oder routiniert beschrieben. Doch was genau bedeutet Erfahrung im Tauchsport eigentlich? Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. Häufig wird die Anzahl der absolvierten Tauchgänge als Maßstab herangezogen. Die DGUV definiert etwa einen erfahrenen Taucher als jemanden, der mindestens 100 Tauchgänge mit einer gesamten Tauchzeit von mindestens 60 Stunden nachweisen kann. Doch auch diese Zahl sagt nur begrenzt etwas über die tatsächliche Erfahrung aus. Wer beispielsweise über einen Zeitraum von 30 Jahren 100 Tauchgänge gesammelt hat, verfügt zwar formal über eine hohe Tauchgangszahl, taucht im Durchschnitt jedoch nur wenige Male pro Jahr. Für die tatsächliche Routine ist häufig entscheidender, wie regelmäßig und unter welchen Bedingungen getaucht wird. Ein Taucher mit hoher Aktivität in den vergangenen Monaten oder Jahren kann daher unter Umständen deutlich routinierter sein als jemand mit einer höheren Gesamtzahl an Tauchgängen.
    Hinzu kommt, dass Erfahrung immer vom jeweiligen Einsatzbereich abhängt. Ein erfahrener Urlaubstaucher im Meer ist nicht automatisch erfahren im Kaltwasser, bei schlechter Sicht oder an den Steilwänden des Bodensees. Ebenso sagt eine höhere Brevetierung oder eine professionelle Qualifikation allein wenig darüber aus, wie viel praktische Erfahrung unter den konkreten Bedingungen eines Tauchplatzes tatsächlich vorhanden ist.
    Erfahrung setzt sich daher aus vielen Faktoren zusammen: regelmäßige Tauchpraxis und Routine, Ausbildungsstand, Kenntnisse der örtlichen Bedingungen sowie die Fähigkeit, die eigenen Grenzen realistisch einzuschätzen. Deshalb sollten Aussagen über „erfahrene Taucher“ in Unfallberichten immer mit einer gewissen Zurückhaltung betrachtet werden. Die entscheidenden Informationen über Ausbildungsstand, aktuelle Tauchpraxis, Ausrüstung und die konkrete Unfallursache sind der Öffentlichkeit häufig nicht bekannt und bleiben nicht selten Teil der Ermittlungsakten.

Ausnahmegenehmigung für das Tauchen am Teufelstisch

Der Teufelstisch nimmt unter den Tauchplätzen des Bodensees eine Sonderstellung ein. Als einziger Tauchplatz darf er nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung betaucht werden. Diese wird vom Landratsamt Konstanz für zwei Jahre erteilt und ist an verschiedene Voraussetzungen und Auflagen gebunden. 


Erforderliche Unterlagen

  • Schriftlicher Antrag
  • Nachweis der medizinischen Tauchtauglichkeit durch Vorlage einer Untersuchungsbescheinigung nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin der GTÜM e.V. (nicht älter als 2 Jahre)
  • Nachweis der Tauchausbildung durch eine Tauchschule, einen Tauchverein oder einen anerkannten Tauchverband (amtlich beglaubigte Kopie)
  • Nachweis von mindestens 40 Tauchgängen in den letzten 12 Monaten, davon mindestens 10 im Bodensee mit einer Tauchtiefe über 20 Metern (amtlich beglaubigte Kopie aus dem Logbuch)


Mindestausrüstung

  • Komplette ABC-Ausrüstung
  • Rettungs-Tarierweste bzw. Dive-Jacket bei allen Arten von Tauchgängen
  • Tauchermesser
  • Kompass
  • Tauchcomputer mit Dekompressionsrechner
  • Tauchgerät mit zwei unabhängigen Atemreglersystemen und vorhandener Flaschendruckanzeige
  • Tariergewichte nach Möglichkeit mit Schnellabwurfvorrichtung
  • Leistungsfähiger Unterwasserscheinwerfer mit einer Mindestbrenndauer passend zur Tauchgangplanung


Auflagen

  • Tauchgänge im Alleingang sind verboten
  • Es darf nur in Gruppen von jeweils zwei Tauchern getaucht werden
  • Das Tauchen ist nur bis zu einer Wassertiefe von 40 Metern erlaubt
  • Die Verwendung von Unterwasserscootern und ähnlichen Fortbewegungsmitteln ist nicht gestattet
  • Tauchgänge sind am Tauchtag vor Beginn bei der Wasserschutzpolizeistation Überlingen unter Telefon
    +49 7551 9495-90 anzumelden.
  • Anweisungen der Wasserschutzpolizei ist Folge zu leisten


Wer diese Voraussetzungen und Auflagen erfüllt, kann einen der außergewöhnlichsten Tauchplätze des Bodensees erleben. Der Teufelstisch begeistert nicht durch Legenden oder Gerüchte, sondern durch seine einzigartige Form, seine Geschichte und die besondere Atmosphäre unter Wasser. Wir wünschen dir einen sicheren Tauchgang und viele unvergessliche Eindrücke an einem Tauchplatz, der bei vielen Tauchern noch lange nach dem Auftauchen in Erinnerung bleibt.

Häufige Gerüchte und Mythen über den Teufelstisch

Der Teufelstisch hat einen besonderen Ruf. Sein Name, die außergewöhnliche Form der Felsnadel, die tödlichen Tauchunfälle und das Tauchverbot haben über viele Jahre dazu beigetragen, dass sich zahlreiche Geschichten und Gerüchte um diesen Tauchplatz entwickelt haben.


„Mitten im Bodensee kann man stehen.“

Diese Aussage taucht regelmäßig in Zeitungsartikeln und sozialen Medien auf. Tatsächlich liegt der Teufelstisch jedoch nicht mitten im Bodensee, sondern nur wenige Meter vor der Steilwand zwischen Wallhausen und der Marienschlucht am Bodanrück. Nur bei außergewöhnlich niedrigem Wasserstand kann das Plateau der Felsnadel teilweise aus dem Wasser herausragen. Meist befindet es sich knapp unter der Wasseroberfläche und wird durch das Seezeichen 22 markiert.

„Der Teufelstisch ist brandgefährlich.“

Der Teufelstisch gilt als anspruchsvoller Tauchplatz, jedoch nicht wegen geheimnisvoller oder tückischer Gefahren. Die bekannten Unfälle standen überwiegend im Zusammenhang mit sehr tiefen Tauchgängen, Fehleinschätzungen, Ausrüstungsproblemen oder mangelnder Vorbereitung. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass ein Großteil der tödlichen Unfälle in den 1970er Jahren stattfand. Die damals verfügbare Tauchausrüstung, das Wissen über tiefe Tauchgänge sowie die Möglichkeiten, diese mit Trimix, Dekompressionsgasen und moderner Tauchgangsplanung sicher durchzuführen, sind mit den heutigen Standards nicht vergleichbar. Wer Erfahrung im Kaltwassertauchen und an den Steilwänden des Bodensees mitbringt, Freiwassertauchgänge beherrscht, auch bei schlechteren Bedingungen sicher tarieren und sich orientieren kann und sich an die geltenden Auflagen hält, findet am Teufelstisch keine außergewöhnlichen Gefahren vor.


„Am Teufelstisch gibt es starke Strömungen, die Taucher in die Tiefe ziehen.“

Dieses Gerücht hält sich bis heute hartnäckig. Tatsächlich existieren im Bodensee Strömungen, die durch Wind, Zuflüsse, Wasserstandsänderungen und die natürliche Wasserzirkulation des Sees entstehen. Solche Strömungen sind jedoch nicht auf den Teufelstisch beschränkt, sondern können grundsätzlich im gesamten Bodensee auftreten. Bei unseren zahlreichen Tauchgängen am Teufelstisch konnten wir keine außergewöhnlichen Strömungsverhältnisse feststellen, die sich deutlich von anderen Tauchplätzen im Bodensee unterscheiden würden. Insbesondere gab es nie eine Strömung, die Taucher gezielt in die Tiefe zieht.

Die eigentliche Herausforderung des Teufelstischs liegt vielmehr in seiner Topografie. Die frei stehende Felsnadel fällt zur Seeseite auf mehr als 90 Meter Tiefe ab. Wer die Orientierung verliert oder seine Tiefe nicht aufmerksam kontrolliert, kann schneller und tiefer abtauchen als beabsichtigt. Die Unfälle werden daher eher mit großer Tiefe, Fehleinschätzungen, Ausrüstungsproblemen und den damaligen technischen Möglichkeiten des Tauchens in Verbindung gebracht als mit besonderen Strömungsverhältnissen.

„Unterwasserhöhlen machen den Teufelstisch besonders gefährlich.“

Ein weiterer Mythos sind Höhlen, aus denen man angeblich nicht mehr herausfindet. Der Teufelstisch ist wie viele Steilwände am Bodensee von kleineren Felsspalten, Nischen und zerklüfteten Felsstrukturen geprägt. In der Nähe des Teufelstischs in Richtung Bodman befinden sich die sogenannten Wulf-Werner-Höhlen. Dabei handelt es sich um drei kleinere Höhlen beziehungsweise Grotten zwischen dem Teufelstisch und Bodman in einer Tiefe von etwa 12 bis 15 Metern. Die erste Höhle kann vollständig durchtaucht werden und ähnelt einem Kamin. Die beiden anderen sind deutlich kleiner. Durch aufsteigende Luftblasen können sich Ablagerungen von den Decken lösen und die Sicht schnell verschlechtern. Entgegen mancher Vorstellungen handelt es sich dabei jedoch nicht um ein komplexes oder weitverzweigtes Höhlensystem, sondern um einzelne kleinere Grotten und Felshohlräume, bei denen keine Gefahr besteht, die Orientierung zu verlieren oder sich zu verirren.

Warum der Teufelstisch tatsächlich als anspruchsvoll gilt

Die eigentliche Herausforderung des Teufelstischs sind weder geheimnisvolle Strömungen noch mystische Gefahren. Anspruchsvoll machen den Tauchplatz vielmehr die frei stehende Felsnadel, die Orientierung zwischen Teufelstisch und Steilwand sowie der unmittelbare Tiefenabfall auf über 90 Meter auf der Seeseite in Richtung Überlinger See.

Wer Erfahrung an den Steilwänden des Bodensees hat, Erfahrung mit Freiwassertauchgängen mitbringt, sicher tarieren kann und auch bei eingeschränkter Sicht die Orientierung behält, wird am Teufelstisch keine grundlegend anderen Bedingungen vorfinden als an anderen anspruchsvollen Tauchplätzen im Bodensee.

Eine fundierte und an das Kaltwasser angepasste Tauchausbildung, eine kaltwassertaugliche redundante Tauchausrüstung, Erfahrung im Bodensee sowie eine realistische Selbsteinschätzung sind die Grundlage für sichere und erlebnisreiche Tauchgänge am Teufelstisch. Diese Voraussetzungen gelten jedoch nicht nur hier, sondern grundsätzlich für anspruchsvollere Tauchgänge im Bodensee.

Der besondere Reiz liegt vielmehr darin, dass sich die Felsnadel vollständig umrunden lässt und dabei immer wieder neue Perspektiven auf den Teufelstisch und die angrenzende Steilwand eröffnen.

Eindrücke vom Tauchplatz

Ein erster Eindruck vom Tauchplatz Teufelstisch, einer der bekanntesten Unterwasserformationen des Bodensees, mit seiner frei stehenden Felsnadel, steilen Abbruchkanten und der eindrucksvollen Landschaft zwischen Wallhausen und der Marienschlucht.

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